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Diagnose

Könnte es NTM sein?

Welche Bedeutung hat NTM in Ihrer Praxis? Beantworten Sie die unten stehenden Fragen und Sie erfahren, welche Antworten andere Ärzte gegeben haben.

Wie lange hatte der NTM Patient durchschnittlich bereits Symptome, bevor die Diagnose gestellt wurde?

Wie erkenne ich eine Infektion mit nichttuberkulösen Mykobakterien?

Zeit für eine eindeutige Diagnose

Die pulmonale Infektion mit NTM ist eine chronische und fortschreitende Krankheit. Wenn Sie bei einem Patienten eine solche Infektion vermuten, dann ist es wichtig eine gesicherte Diagnose zu stellen. Eine spätere Diagnose kann den Behandlungsbeginn verzögern, was zu einer Verschlechterung der Symptome und einer Steigerung der Atemprobleme beim Patienten führen kann. Einer Umfrage zur Folge befinden sich mehr als 2 von 3 Patienten – davon 80% ausschließlich mit MAC-Infektionen - im moderaten bis schweren Stadium der pulmonalen nichttuberkulösen Mykobakteriose zum Zeitpunkt der Erstdiagnose.8 Und in einigen ganz schweren Fällen kann eine späte Diagnose zu irreversiblen Lungenschädigungen führen.14


Wird bei einem Patienten ein Erreger durch eine positive Kultur nachgewiesen, dann fahren Sie mit der Diagnose entsprechend der Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie nichttuberkulöser Mykobakteriosen des "Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose" (DKZ) und der „Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V.“ (DGP) fort. Diese Empfehlungen wurden in enger Anlehnung an das Statement der American Thoracic Society (ATS) und der Infectious Disease Society of America (IDSA) erstellt.

Klinische, radiologische und mikrobiologische Kriterien zur Diagnose einer pulmonalen Erkrankung durch NTM

Ist es eine pulmonale NTM Infektion?

Ziehen Sie bei Verdacht auf PD-NTM einen NTM-Spezialisten hinzu

Klinische/radiologische Kriterien

Bronchopulmonale Symptome, noduläre oder kavernöse Strukturen auf der Thorax-Röntgenaufnahme oder multifokale Bronchiektasen mit multiplen kleinen Knötchen auf dem HRCT-Scan

und

Ausschluss anderer Krankheitsursachen

Mikrobiologische Kriterien

Positive Kulturen aus mindestens zwei separaten expektorierten Sputumproben

oder

Positive Kultur aus wenigstens einer bronchoskopisch entnommenen Probe (Bronchialspülung oder Lavage)

oder

Transbronchiale oder andere Lungenbiopsie mit mykobakteriellen, histopathologischen Merkmalen* und positiver Kultur, oder Biopsie mit mykobakteriellen, histopathologischen Merkmalen* und ≥ 1 positiver Kultur aus dem Sputum oder bronchoalveolärer Lavage


*granulomatöse Entzündung oder säurefeste Stäbchen

Diagnose: NTM Infektion
Therapie entsprechend
Behandlungsleitlinien
  • Eine Diagnose bedeutet nicht per se eine Behandlungsindikation, sondern muss unter Abwägung des potenziellen Nutzens und der möglichen Risiken der Behandlung individuell für den jeweiligen Patienten entschieden werden.
  • Da eine antimykobakterielle Therapie mit erheblichen unerwünschten Arzneimittelwirkungen verbunden sein kann und die empfohlene Dauer im Durchschnitt 18 Monate beträgt, werden hohe Anforderungen hinsichtlich der Akzeptanz an den Patienten gestellt. Deshalb wird empfohlen, den Patienten vorab entsprechend auf den Behandlungsverlauf vorzubereiten.

Adaptiert nach: Schönfeld et al., Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie nichttuberkulöser Mykobakteriosen des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). In: Pneumologie 2013; 67(11): 605-633, © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart, New York und Griffith DE, Aksamit T, Brown-Elliott BA, et al. An Official ATS/IDSA Statement: Diagnosis, Treatment, and Prevention of Nontuberculous Mycobacterial Diseases. Am J Respir Crit Care Med.2007;175:367-416.

Die klinischen, radiologischen und mikrobiologischen Kriterien sind gleichermaßen wichtig und müssen für die Diagnose einer pulmonalen NTM Infektion alle erfüllt werden.

Beispiele einer radiologischen Diagnostik [HRCT]

Fall aus:
Schönfeld et al., Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie nichttuberkulöser Mykobakteriosen des Deutschen Zentralkomitees zur Bekämpfung der Tuberkulose (DZK) und der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP). In: Pneumologie 2013; 67(11): 605-633, © Georg Thieme Verlag KG Stuttgart, New York

Patient:

  • Männlich, 59 Jahre, Lungenvorerkrankung
  • Mikrobiologischer Nachweis von M. malmoense
  • HRCT zeigt Bronchiektasen in der Lingula mit Umgebungsinfiltrat

Fall aus:
http://radiopaedia.org/cases/right-middle-lobe-bronchiectasis-mac 19

Patientin:

  • Weiblich, 65 Jahre, Lungenvorerkrankung
  • Mikrobiologischer Nachweis von MAC
  • HRCT zeigt Bronchiektasen im rechten Mittellappen und zentrilobuläre Verdichtungen mit Tree-in-bud Muster im Segmentum basale mediale des rechten Unterlappens
 

Bitte informieren Sie sich in den deutschen Empfehlungen der DZK und DGP oder dem Statement der ATS/IDSA über alle Diagnosemöglichkeiten. Falls Sie darüber hinaus noch Fragen zur Diagnose haben, wenden Sie sich bitte an Gesundheitseinrichtungen, die sich auf Lungenerkrankungen durch Mykobakterien spezialisiert haben.

HRCT = hochauflösende Computertomographie